Uwe Rakow


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Exkurs 3

Hypnose

Exkurs 3

Deine Welt in Deinem Kopf

Nehmen wir doch einmal an, ich würde Sie fragen, ob Sie sich vorstellen können, dass ich mit meinem Gehirn mit seinen unbewussten und bewussten Gedächtnisabteilungen Einblick nehmen könnte in Ihr Gehirn mit seinen vielfältigen Stockwerken, Kammern und Einrichtungen.

Was glauben Sie, was würde ich im Angesicht und als Niederschlag ihrer Ängste und Verstimmungen von Gehirn zu Gehirn verändernd entdecken können?
Und nehmen wir weiter an, ich wüsste, wie ein normal entwickeltes Gehirn mit diesen Teilen auszusehen hätte, weil ich es mit Hilfe meines semantischen Gedächtnisses einmal gelernt, gespeichert und evtl. sogar gesehen habe, was würde ich beim genauen Hinschauen wie ein gut ausgebildeter Neuropsychotherapeut feststellen?

Vor meinem inneren Auge sehe ich im limbischen System, was für Gefühle zuständig ist, einen vergleichsweise übergroß-strapazierten Mandelkern. Experten sprechen von einer hypertrophierten Amgdala, die auf Grund vieler Angst- und Furchtreaktionen in Mitleidenschaft gezogen wurde und besonders auf gefühlsmäßig negative Situationen anspricht.
Dieser Mandelkern hat viele Verbindungen und Bahnen zum rechten Stirnhirn, dem rechten präfrontalen Cortex (PFC), in dem negative Stimmungen auch niedergelegt sind. Gleichzeitig sind Bahnen zu Teilen des rePFC gelegt, die mit Vermeidungszielen zu tun haben. Und wie ich so intensiv den PFC insgesamt betrachte, entdecke ich, dass der linke PFC, der für das Erleben positiver Emotionen zuständig ist, sehr verkümmert da liegt.

Mensch, was sich da zwischen den Neuronen = Hirnzellen in den Projektionsfeldern für Vermeidung und negativer Gefühlszustände an Verbindungslinien = Synapsen gebildet hat, ist einfach unglaublich! Und wenn ich mir dann den Hippocampus, die Schaltzentrale für Informationen zur Großhirnrinde ansehe, so entdecke ich einen durch das Stresshormon Corisol geschwächten und geschrumpften Hippocamus. Mit dem ist in der Tat im Blick auf das Erlernen neuer Beziehungen und Bildung neuer Gedächtnisinhalte nicht mehr viel anzufangen.

Schlussfolgerung für die Therapie

Die Faustregel heißt: "Use it or loose it."
Es hat wenig Sinn, mit Patienten am Problemverhalten zu arbeiten. Es gilt, die verkümmerten Hirnteile wieder aufzubauen, damit der Patient/Klient positive Ziele verfolgen, Freude und Befriedigung wieder empfinden kann. Prof. Dr. Klaus Grawe, Universität Bern, bietet mit seiner neuropsychotherapeutischen Betrachtungsweise ein neues Bild von den Aufgabenstellungen und neue Möglichkeiten der Psychotherapie an und betont u.a. eindeutig den hohen Wert der Hypnose, um den Patienten positive Zustände erleben zu lassen.


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