Uwe Rakow


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Familien-und Paar-Hypnotherapie

Hypnose

Familien-und Paar-Hypnotherapie

Es gibt verschiedene Ansätze in der Familien-Hypnotherapie und Paar-Hypnotherapie, deren wichtigste Vertreter u.a. Erickson, Rossi, Haley, Lankton, Rittermann, Braun, Araoz und Weeks und L'Abate sind.
Hypno-Entspannung, die sich am Erleben orientiert, wird dabei genutzt, um in der Familie einen neuen Bezugsrahmen herrzustellen. Aroaz hat 12 Paare in einer Studie mit Hypnose behandelt und nach 18 Monaten die Auswirkungen formaler Hypnose auf die Ziele "Verbesserung der Kommunikation in der familie, gemeinsame Kindererziehung und Verbesserung der Sexualität in der Paartherapie untersucht und festgestellt, dass das hypnotische Vorgehen vergleichsweise erfolgreicher war als andere Therapieformen. Braun stellt 4 Phasen der Paartherapie vor:

1. Induktion durch Hypnose
2. Vertiefung
3. Arbeit
4. Beendigung und Verarbeitung

Der Therapeut kann ein Familienmitglied in Trance versetzen und anderen später miteinbeziehen. Er kann aber auch beide Partner oder die ganze Familie in den hypnotischen Prozess mit einbeziehen.Er kann aber systemisch auch nur mit einem Partner arbeiten und die Veränderungen in der Familie mit beobachten.
In dysfunktionalen Familien wird, so ist erwiesen, negative Hypnose praktiziert, d.h. der eine Konfliktpartner hypnotisiert den anderen in dem unbewusst ablaufenden Prozess, indem er seiner Partnerin z.B immer wieder Vorwürfe der einmaligen Untreue herüberschickt und tatsächlich nach Motiven der Untreue akribisch sucht, worauf diese auf die Bestrafungsaktion des Partners ablehnend und zurück- bestrafend reagiert. Alles läuft gemäß dem Motto:
"Du hast mich betrogen, ich kann Dir nicht mehr vertrauen,
auch wenn Du mir immer wieder neue Treue schwörst.
Trotzdem möchte ich Dich nicht verlassen mit meinem Hassen."
Die Lösung liegt bei einem solchen Konflikt-Paar evtl.darin, dass ein konfliktfreier Zustand imaginiert wir, um anschließend darüber zu reden, wie dies umgesetzt werden kann.
Oder man kann eine Fantasiereise initiieren, in der das Paar zusammenarbeiten muss. Oder man kann auf eine Regressionsreise in die Vergangenheit gehen, um herauszufinden, wo die Ursachen der gegenseitigen Verhaltenstrategien gefunden werden können,um dann gefundene Ressourcen zu verändern.
Oder man kann paradox vorgehen und das Symptom, was der Symptomträger zeigt, zu fördern, indem ein Familienmitglied
aufgefordert wird, mehr Kontrolle auszuüben -So-tun-als-ob-, während das andere Mitglied der Familie Hilflosigkeit zeigt, so dass das Familiensystem gezwungen wird, ein neues Gleichgewicht zu finden und sich zu verändern.
Wichtig ist dabei


  • die Aufmerksamkeit zu binden (Rapport)
  • die Gewohnheiten und Überzeugungen zu unterbrechen durch Einsicht, Ablenkung, Schock, Verwirrung oder Dissoziation, Umdeutung. Die Einnahme einer Beobachtungsposion im Sinne einer Dissoziation ist oft sehr hilfreich im Veränderungsprozess.
  • unbewusste Suchprozesse z.B. durch Fragen oder Wortspiele zu inititieren, um hypnotische Prozesse autonom ins Bewusstsein zu überführen.


Für den Therapeuten ist es dabei von größter Wichtigkeit, eine scharfe Beobachtungsaufgabe zu entwickeln, um auf die Sprache, bedeutende Äußerungen und körperliche Reaktionen
bei dem Paar- oder Familienspiel beobachten zu können.
Es geht dabei immer wieder weniger um verbale Äußerungen als um das bewusst-unbewusste Erleben. Reden ist, wie Aroaz es sagt, in diesem hypnotischen Prozess zweitrangig.
Es geht dabei die Wahrnehmung von sich selbst und dem anderen gegenüber zu erweitern und neue Möglichkeiten der Interaktion und des Verhaltens zu entdecken.



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